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Sind freie Radikale schlecht für die Gesundheit?

 

 

© Robert Kneschke AdobeStock 123186344
Von freien Radikalen und ihrer schädigenden Wirkung auf den Körper hört man immer wieder. Doch was sind freie Radikale überhaupt und wie gesundheitsschädlich sind sie tatsächlich?

 

Bei freien Radikalen handelt es sich um chemische Verbindungen, die während des Stoffwechsels entstehen. Das bedeutet also, dass sie natürlicherweise immer in einem gewissen Maß im Körper vorhanden sind. Diese Verbindungen sind jedoch sehr reaktionsfreudig und zu viele freie Radikale können unter anderem für Schäden an den Zellen sorgen, Alterungsprozesse beschleunigen und auch Krankheitsverläufe negativ beeinflussen. Da Sauerstoff einen großen Anteil der freien Radikale ausmacht, spricht man bei zu vielen freien Radikalen auch vom oxidativen Stress, also von Stress durch zu viele Reaktionen mit Sauerstoff.

Dass Sauerstoff schädlich sein soll, mag zunächst verwundern, funktioniert aber im menschlichen Körper nach demselben Prinzip wie überall sonst auch. Sicher brauchen Menschen Sauerstoff zum Atmen, doch er sorgt auch dafür, dass Metall rostet oder dass Obst braun wird.

Es gilt also wie so häufig: Die Dosis macht das Gift. Denn so, wie Sauerstoff für die Atmung wichtig ist, haben auch die freien Radikale im Körper einen Sinn – in einer gewissen Menge. Zum Beispiel spielen sie eine Rolle bei der Immunabwehr. Die freien Radikale helfen hier dem Immunsystem, indem sie Krankheitserreger zerstören, denn auch für Bakterien und Viren sind freie Radikale gefährlich.

Eine reine Gefahr für die Gesundheit sind freie Radikale also zunächst nicht. Problematisch wird es, wenn der bereits erwähnte oxidative Stress auftritt. Dieser gilt als Beschleuniger und Risikofaktor für eine ganze Reihe von Erkrankungen, einige davon lebensgefährlich. Dazu zählen Herzinfarkt, Schlaganfall und einige Herzerkrankungen. Auch Rheumatische Erkrankungen, Parkinson und Alzheimer sowie Autoimmunkrankheiten hängen mit oxidativem Stress zusammen. Nicht zuletzt ist er allgemein dafür verantwortlich, Alterungsprozesse zu beschleunigen, die zum Beispiel die Haut betreffen können. Oxidativer Stress ist also in jedem Fall schädlich für die Gesundheit und kann ernst zu nehmende Folgen haben.

Damit es nicht so weit kommt, kann man vorbeugen, indem man bekannte Ursachen von oxidativem Stress meidet. Ganz oben auf der Liste steht hier das Rauchen, denn jeder Zug aus einer Zigarette sorgt für eine sehr große Menge an freien Radikalen im Körper, die durch natürliche Prozesse niemals in einem solchen Ausmaß entstehen würde. Weitere Faktoren sind Leistungssport oder auch extrem anstrengende körperliche Arbeit und manche Schadstoffe, aber auch UV-Strahlen.

Ein anderes Mittel, um freie Radikale im Bereich der gesunden Menge zu halten, sind Antioxidantien. Diese neutralisieren grundsätzlich freie Radikale, sind also ein natürliches Mittel zur Regulation. Am gesündesten sind Antioxidantien dann, wenn sie über eine ausgewogene und vielseitige Ernährung durch Obst und Gemüse zugeführt werden. Zu den Antioxidantien zählen unter anderem die Vitamine C und E, aber auch sekundäre Pflanzenstoffe wie Beta-Carotin.

Bei einer ausgewogenen Ernährung ist der Körper in aller Regel ausreichend mit allen Nährstoffen versorgt und braucht auch keine zusätzlichen Antioxidantien. Zudem ist noch nicht abschließend geklärt, ob zu viele Antioxidantien nicht ebenso die Gesundheit schädigen wie freie Radikale, und einige davon bei Krebserkrankungen sogar beschleunigend wirken können.

Im Endeffekt lässt sich also sagen, dass einerseits freie Radikale an sich nicht zwangsläufig gesundheitsschädlich sind, sondern natürlicherweise im Körper vorkommen und in einem gewissen Maß auch gebraucht werden, um gesund zu bleiben. Zu viele freie Radikale werden jedoch tatsächlich zu einem Risiko.

Umgekehrt sind Antioxidantien zwar gesund, aber kein Wundermittel, das vor einer ganzen Reihe Erkrankungen schützt und Alterungsprozesse stoppen kann, indem die Antioxidantien die freien Radikale neutralisieren. Genauso wie freie Radikale können auch Antioxidantien unter Umständen zum Problem werden.

Freie Radikale sind ein Teil der Stoffwechselvorgänge, deswegen kann man sie überhaupt nicht irgendwie ganz loswerden – das wäre aber wiederum auch nicht gesund. Meidet man die Faktoren für oxidativen Stress und ernährt sich gesund, sollten die freien Radikale im Körper das gesunde Maß nicht überschreiten und damit auch nicht die Schwelle, ab der sie schädlich für die Gesundheit sind.

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